Alois Futterer

Eisenbahner. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1900    † 1942

 

Lebenslauf

Alois Futterer wurde am 20.5.1900 in Petzenkirchen/Erlauf (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Eisenbahner. Alois Futterer war Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und des republikanischen Schutzbundes.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe

Alois Futterer war Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe in St. Pölten. Er verbreitete u. a. den „Bauernbrief“.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 12. 8. 1941 wurde Alois Futterer verhaftet und am 3. 9. 1942 gemeinsam mit Franz Scholle, Matthäus Klest und Josef Steurer (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 25.11.1942 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Aus dem Urteil

„Futterer wurde im August 1940 durch Franz Schmaldienst zu Geldspenden für Angehörige von politischen Häftlingen geworben. In der Folgezeit entfaltete er für die illegale KP in Pöchlarn eine rege Werbetätigkeit. Er warb zum mindesten Ferdinand ­Krainz und Josef Mayer und gab beiden den Auftrag, weitere Mitglieder für die illegale KP zu gewinnen. (…) Von Schmaldienst erhielt er durch Karl Penn wenigstens zweimal verschiedene Ausgaben der illegalen Druckschrift »Weg und Ziel« und den kommunistischen ’Bauernbrief‘."

Gedenktafel, Gedenkstein

Sein Name steht auf der 1950 enthüllten Gedenktafel in Pöchlarn (Thörringplatz; bis 1965 Alois Futterer-Platz), ebenso auf einem Gedenkstein (Rüdiger Straße 28).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen